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380 KV-Leitung

 

Was ist eine 380-KV-Leitung?

In der Steckdose zu Hause kommt der Strom mit einer Spannung von 230 Volt (230 V) an. Für den Transport dorthin werden jedoch weit höhere Spannungen verwendet. Die höchste Spannung beim Stromtransport in Deutschland ist eine Spannung von 380.000Volt bzw. 380 KiloVolt (KV). Höchstspannungsleitungen mit 380 KV sind Stromleitungen zur Übertragung von elektrischer Energie über große Distanzen. Diese sind Teil des Übertragungsnetzes, die zwei Punkte des Netzes miteinander verbindet. Sie wird bislang meistens als Freileitung ausgeführt. Ausschließlich tragen Überlandleitungen  den Strom von den Kraftwerken zu den Städten und Ballungszentren.

Hohe Spannungen sind für die Übertragung elektrischer Energie günstiger als niedrige, weil bei hohen Spannungen weniger Energie durch Leiterwiderstände verloren geht. Allerdings lässt sich die Höhe der Spannung nicht unbegrenzt steigern. Die Spannung auf einer Leitung wird daher jeweils nach der Länge der Übertragungsstrecke und der bei den Stromempfängern benötigten Leistung ausgewählt.

 Wechselstromspannung und Ihre Verwendung

 

 

Masthöhen

110kV-Ltg.: 25m-30m

380kV-Ltg.: 60m-90m

 

Hochspannungsnetz in Deutschland

hochspannungsnetzedeutschland

 

Geräuschentwicklung einer Stromleitung

Vielen Menschen fällt bei Regen, Nebel, Schnee oder feuchtem Wetter ein tiefes Brummen oder Surren unter Hochspannungsleitungen auf. Diese Geräusche werden durch zwei Effekte hervorgerufen:

  • durch Wassertropfen, die sich auf den Leitungskabeln befinden und ein niederfrequentes Geräusch erzeugen. Bilden sich Tropfen an den Leitungen, werden diese durch die Frequenz des Stromes (50 Hz) zu Schwingungen mit 100 Hz angeregt.
  • ein höherfrequentes Geräusch entsteht durch Mikroentladungen ( Vorentladungen, Koronaentladungen) in die Luft, aufgrund der hohen elektrischen Feldstärke um den Leiter. Diese höhere Frequenz ist abhängig von der Spannung, der Mast- und Armaturengeometrie.

Wenn die Wechselspannung der Leitung eine Frequenz von 50 Hz hat, wird der Tropfen mit jeder Halbschwingung zu einer Frequenz von 100 Hz, also dem Doppelten, angeregt. Er ändert dabei seine Gestalt während einer Schwingungsperiode zweimal von der ursprünglichen Kugelform in eine längliche Form und wieder zurück. Dadurch gibt er wie ein Lautsprecher Schall ab. Je mehr Wassertropfen an der Leitung hängen, desto lauter wird das Brummen. Die Lautstärke ist zudem von der Größe der Wassertropfen abhängig – größere Tropfen erzeugen ein lauteres Geräusch. Bei Masten mit Drehstromnetz (drei oder sechs Außenleiter auf einem Mast) wird die ausgesendete Frequenz der Wassertropfen nicht durch zeitversetzte Phasenabfolge der einzelnen Leiter beeinflusst, es bleibt bei 100 Hz.

Das höherfrequente, als Knistern wahrgenommene Geräusch stammt von Vorentladungen, die auch Ultraviolettstrahlung und Ozon erzeugen und als Koronaentladung bezeichnet werden. Diese Entladungen können mit Koronakameras optisch erfasst werden. Die mit Koronaentladungen verbundenen Übertragungsverluste erhöhen sich mit steigender Spannung. Die Ursache dieser Entladungen ist die hohe elektrische Feldstärke an der Oberfläche des elektrischen Leiters, wodurch die umgebende Luft ionisiert wird. Aus diesem Grund wird bei Spannungen über 100 kV durch den Einsatz sogenannter Bündelleiter die elektrische Feldstärke an der Leiteroberfläche, auch als Randfeldstärke bezeichnet, verringert.

 

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