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Mai 08

Schwäbische Post: Ausbau des Netzes kommt voran

 

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Ausbau des Netzes kommt voran

Stromkabel werden in die Erde vergraben. Das soll langwierigen juristischen Streit vermeiden.
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    Stromkabel in der Erde. Foto: Foto

Der für die Energiewende dringend nötige Stromnetzausbau kommt nach jahrelangen Verzögerungen langsam in Gang. Es bleibt aber dabei, dass die drei großen neuen Nord-Süd-Stromautobahnen zur Versorgung Bayerns und Baden-Württembergs bis zur Abschaltung der letzten deutschen Atomkraftwerke 2022 noch nicht fertig sein werden. Für die Versorgung Süddeutschlands und zur Sicherheit der Stromnetzstabilität in kritischen Phasen werden deshalb noch jahrelang erhebliche Kapazitäten an Reservekraftwerken gebraucht. Das geht aus dem Bericht hervor, den der Chef der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, heute präsentieren will.

Von etwa 7700 Kilometern vorrangig geplanten Stromleitungen in Deutschland sind inzwischen etwa 850 Kilometer realisiert, die meisten davon aus einem bereits 2009 verabschiedeten früheren Leitungsausbaugesetz. Bis Ende 2017 rechnet die Netzagentur damit, rund 45 Prozent dieser vor acht Jahren geplanten Leitungen realisiert zu haben. Von dem neueren Bundesbedarfsplangesetz zum Leitungsausbau mit 5900 Kilometern Länge aus dem Jahr 2013 wurden inzwischen 450 Kilometer Leitungen genehmigt und knapp 150 Kilometer realisiert.

Die drei Nord-Süd-Strom-Autobahnen zum Transport des Windstroms von der Küste und aus Norddeutschland in den Süden liegen laut Homann inzwischen „gut im Zeitplan“. Sie werden nach jetzigem Stand aber erst frühestens 2025 fertig und damit mindestens drei Jahre nach dem Atom-Aus.

Ein Grund für die Verzögerung ist auch die 2016 beschlossene weitgehende Umstellung der Leitungen auf Erdkabel statt Hochspannungsmasten. Damit wollte die Bundesregierung die Akzeptanz erhöhen. Weitgehend abgeschlossene Trassenvorplanungen mussten wegen der neuen Vorgabe neu begonnen werden.

Homann verteidigt die Erdkabel, obwohl sie Mehrkosten in Milliardenhöhe bringen. Erdkabel ermöglichten direktere Trassenführungen und sparten so Wege. Außerdem werde es wohl deutlich weniger Proteste und damit langwierige Prozesse geben. dpa

© Südwest Presse 08.05.2017 07:46

 

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