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Apr 27

Schwäbische Zeitung: Pro Erdkabel und Grüne ziehen an einem Strang

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Pro Erdkabel und Grüne ziehen an einem Strang

Die Bürgerinitiativen aus Neunheim, Ellwangen und Hüttlingen haben mit der Partei sechs Forderungen formuliert

 Die Bürgerinitiativen aus Ellwangen, Neunheim und Hüttlingen haben sich mit den Grünen verbündet. Gemeinsam setzen sie sich für die Erdverkabelung von Stromleitungen ein.
Die Bürgerinitiativen aus Ellwangen, Neunheim und Hüttlingen haben sich mit den Grünen verbündet. Gemeinsam setzen sie sich für die Erdverkabelung von Stromleitungen ein.

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Ellwangen ag Seit etwa drei Jahren setzen sich die Bürgerinitiativen „Pro Erdkabel“ aus Neunheim, Ellwangen und Hüttlingen für die Erdverkablung ein. Nun sind sie einen Schritt weiter und haben die erste Partei auf ihrer Seite. Vergangene Woche haben sie gemeinsam mit den Grünen einen Beschluss formuliert. Das gaben sie am Mittwoch bei einem Pressegespräch bekannt.

Die Bürgerinitiativen als auch die Partei sind für die Energiewende, allerdings laufe derzeit noch einiges falsch. Da sind sich alle einig. Deshalb haben die Initiativen mit den Grünen ein Sechs-Punkte-Papier aufgesetzt.

Zur alternativen Stromerzeugung gehören demnach auch Stromspeicher, ein Stromnetz im 20 bis 110 KV-Bereich und Ergänzungskraftwerke. Josef Kowatsch von der Bürgerinitiative Hüttlingen sagte, es sei gut, dass die Atomenergie immer mehr zurückgehe, aber dafür würde mehr auf Kohlekraftwerke gesetzt und das könne nicht die Lösung sein. „Kohle ist viel zu träge und braucht zu lange um hoch und runter zufahren, wodurch eine Abschaltung bei Überfluss nicht sinnvoll ist. Mit Gas könnte man das Problem meistern und die Kraft auch weiter nutzen“, so Kowatsch.

Weiter wird eine strahlungsgesicherte Erdverkabelung in Wohngebieten und anderen sensiblen Bereichen wie zum Beispiel bei Schulen gefordert. Einige Bürger hätten bereits Ängste in Bezug auf die Strahlen geäußert, wenn ein Erdkabel vor der Haustür verlegt wird. Mit Informationsveranstaltungen versuchen die Initiativen dem entgegenzuwirken. „Wenn die Kabel fachmännisch verlegt werden, und die Kabel vernünftig abgedeckt, gibt es keinerlei Probleme“, sagte Dieter Schips von der Bürgerinitiative aus Neunheim.

Als dritten Punkt wird die Kostenverteilung thematisiert. Der Netzausbau dürfe nicht ausschließlich von den Stromkunden Baden-Württembergs getragen werden. „Wenn Bayern davon profitieren möchte, dann sollen sie sich auch an den Kosten beteiligen“, so Margit Stumpp von den Grünen.

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag, Volker Grab, hob hervor, dass der wichtigste Punkt eine Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes sei. Der entsprechende Paragraf müsse dahingehend geändert werden, dass eine Erdverkabelung für alle 20 bis 110 KV-Leitungen über Wohngebiete und sensible Bereiche wie Kindergärten und Schulen verpflichtend werde. Denn nur dann würden die bisherigen Masten abgebaut und ersetzt werden. Ansonsten kämen Erdverkabelungen nur bei Neubauten zum Tragen.

Die Bürgerinitiativen und die Grünen fordern weiter, dass die Parteien die Erdverkabelung der Stromleitungen bis 110 KV in ihr Wahlprogramm aufnehmen. Bei den Grünen sei das bereits der Fall. „Es verärgert uns etwas, dass das Thema mehr oder weniger unter den Tisch gekehrt wird. Wir wollen es wieder präsent machen und Akzeptanz schaffen“, so Stumpp.

Der letzte Punkt des gemeinsamen Beschlusses besagt, dass die Energiewende so durchgeführt werden soll, dass auf die Umwelt und Gesundheit der Bewohner Rücksicht genommen wird, was mit den Strommasten nicht der Fall wäre.

Die einzelnen Forderungen sind allerdings nicht ganz neu. Sie sind zum Teil bereits in einem 16-Punkte-Programm enthalten. „Es wird aber endlich Zeit, dass sie umgesetzt werden“, sagte Josef Kowatsch, der Gespräche mit den anderen Parteien ankündigte.

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